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| LagerdorfAuf der Ebene südlich des Kastells dehnte sich das zivile Lagerdorf aus. Hier untersuchte Winkelmann 137 römische Bauten, Keller und Zisternen. Er fand auch zwei Tempel, einer war der Tempel des Jupiter Dolichenus, einer syrischen Gottheit. Er stand unmittelbar vor dem Südtor. Dolichenus muss mit der Eisengewinnung, wie sie im Pfünzer Tal betrieben wurde, zusammenhängen. Eine gefundene Inschrift dieses Tempels ubi ferrum nascitur bedeutet: wo das Eisen wächst. Der andere Tempel war der Fortuna geweiht und stand östlich der Straße nach Nassenfels.
Nördliche KastellumgebungNördlich des Kastells stand ein römischer Rundtempel, wahrscheinlich war er dem Sedatus geweiht. Die Christen erbauten darauf eine hölzerne Kirche. Funde aus der Merowinger Zeit im 7. Jahrhundert wurden nachgewiesen. Etwa 1200 n.Chr. wurde anstelle der hölzernen Kirche eine kleine Basilika aus Stein erbaut. Noch im 13. Jahrhundert muss der befestigte Platz eine Rolle gespielt haben. Die gothische Kirche im Dorf wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Der Friedhof wurde im 16. Jahrhundert in das Dorf zur Kirche verlegt.
BadDas Seitental am Fuß des Kastellberges wird vom Pfünzer Bach durchflossen. Am Bach direkt unterhalb des Osttores befand sich das über einen Serpentinenweg erreichbare römische Bad. Bei allen Kastellen waren zur Aufrechterhaltung der Hygiene der Legionäre Bäder vorhanden. Doch nicht nur die körperliche Reinigung stand im Vordergrund, sondern vor allem auch die Kommunikation untereinander. Radio, Fernsehen und die Druckkunst war den Römern noch fremd. So fand man sich im Bad zusammen, um alle wichtigen und unwichtigen Neuigkeiten auszutauschen. Winkelmann hat das Bad freigelegt und vermessen. Er fand die Hypokaustenheizung noch größtenteils erhalten. Es war ein schöner Bau mit Vorhalle, Galerien, Statuen, Kalt- und Warmwasserbecken und Ankleideraum. Leider fehlten Winkelmann damals (und der öffentlichen Hand heute) die Mittel den prachtvollen Bau zu sichern und der Nachwelt zugänglich zu machen. So wurden die Ausgrabungen wieder zugeschüttet.
HandwerkersiedlungWeiter südlich des Bades befand sich eine Erzschmelze. Damit wurde das auf der Hochebene nördlich der Altmühl ergrabene Bohnerz verhüttet. Auch eine Schmiede war zu finden, dort wurde vermutlich das Eisen zu Waffen und Gebrauchsgegenständen verarbeitet. In der Umgebung fand man auch zwei Töpferöfen, Keller, Zisternen und zwei Brunnenschächte.
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