Kastell Künzing - Quintana
Um 90 nach Christus wurde das Auxiliarkastell Quintanis in Künzing gegründet. Die etwa 2,25 ha große Anlage befand sich am Rand der südlichen Hochterasse nahe einer älteren Donausschleife, d
ie heute verlandet ist. Hans Schönberger, der die Überreste des Kastells in den Jahren 1958-66 zu großen Teilen ausgrub, unterschied anhand seiner Funde vier Bauphasen: In der ersten Phase von etwa 90 bis 120 n. Chr. bestand die Wehrmauer aus einer hölzernen Palisadenwand, hinter die ein Erddamm geschüttet war. Rund um die Kastellmauer war ein Verteidigungsgraben angelegt. Die zweite Bauphase, die etwa von 120 bis 135 n. Chr. reichte, wies eine Holz-Erde-Mauer mit senkrechter Vorder- und Rückfront von 4,80 m Breite auf, vor der nunmehr zwei Gräben ausgehoben waren. Die Besatzung des Kastells war während dieser ersten beiden Bauphasen die 3. Thrakerkohorte, eine Einheit von 500 Mann inklusive einer Abteilung von 70 Reitern. In den Jahren 132 bis 136 nach Christus wurde diese Kohorte zum jüdischen Feldzug Kaiser Hadrians abkommandiert und danach in Gnotzheim stationiert. Ein kleineres Kommando hielt das Kastell in Künzing instand. Zwischen 150 und 160 n. Chr. rückte dann die Cohors V (quinta) Bracaraugustanorum als neue Einheit ein. Diese gab dem Platz seinen Namen Quintana(e), aus dem später die Bezeichnung Quinten und schließlich Künzing wurde. Die neue Besatzung errichtete das Kastell in der dritten Bauphase von Grund auf neu als Steinkastell, während die Innenbauten weiterhin aus Holz gefertigt waren. Den vorhandenen Gräben wurden drei weitere hinzugefügt, so dass nun fünf Verteidigungsgräben um das Kastell gezogen waren, deren äußerster rund 42 m vor der Mauer lag. In der vierten Bauphase ab etwa 200 n. Chr. wurde dann der steinernen Wehrmauer nur noch ein Schutzgraben (wie in der. ersten Periode) vorgelegt. Zusätzlich erfolgte die teilweise Umgestaltung des Stabsgebäudes in Stein. Die Cohors V Bracaraugustanorum war die zweite und auch die letzte Einheit im Kastell von Künzing, das um 242/244 bei einem Alemannenüberfall untergegangen ist. Von der Zerstörung des Kastells zeugen bedeutsame Bronze- und Eisenfunde. Sie wurden von den germanischen Eroberern eiligst als Beutestücke vergraben, ehe sie die geflohene Besatzung des Kastells weiter verfolgten. Die überregional bedeutsamen Hort-Funde sind im ‚Museum Quintana – Archäologie in Künzing’ ausgestellt. An das Kastell erinnert ein Fahnenheiligtum im heutigen Schulhof.
Römisches Militärbad
Bei dem römischen Militärbad handelte es sich um einen etwa 50 m langen und 13 m breiten aus Ziegelsteinen gemauerten Massiv- und Fachwerkbau mit einem aus Tuffsteinen gewölbten Dach. Durch den Eingang gelangten die Badegäste in den Umkleideraum, von dort aus in die Sauna bzw. in das Warm- und Kaltbad oder in das Heißbad. Die im ‚Museum Quintana – Archäologie in Künzing’ ausgestellten Funde weisen darauf hin, dass das Militärbad in Künzing ungewöhnlich luxuriös ausgestattet war, unter anderem mit Glasfenstern und bemalten Wänden. Westwärts hinter dem Museumsgebäude veranschaulichen Platten im Boden die Grundrissstrukturen des ehemaligen Bades.